Über das GreenBizBlog

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Dienstag, 22. April 2008

Geschichte des Ökolandbaus: Salz-Honig-Brotführung oder Blut-und-Boden-Ideologie?

Einen interessanten, wenn auch ärgerlich lückenhaften Überblick über die rund 125 Jahre währende Geschichte des Anbaus und der Verarbeitung ökologischer Lebensmittel gibt jetzt das Infoportal oekolandbau.de, das von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gepflegt wird: Stand bei den Pionieren des Marktes - auch heute noch etablierte Unternehmen wie Hipp, Kelloggs oder DE-VAU-GE - Ende des 19. Jahrhunderts noch der Gesundheitsgedanke im Vordergrund, so setzten die Anhänger der "Lebensreformbewegung" in den Zwanziger Jahren erstmals auch ökologische Akzente. 1930 wurde die Marke "demeter" geschützt, 1939 wurden allein in Sachsen schon 3.500 ha biologisch-dynamisch bewirtschaftet. Zu dieser Zeit gab es rund 2.o00 Reformhäuser in Deutschland.

Leider lässt oekolandbau.de die Frage unbeantwortet, warum der ökologische Landbau gerade in der Zeit des Nationalsozialismus so populär war. In den 30er Jahren wurde natürlich auch die "Salz-Honig-Brotführung" weiterentwickelt, da hat das Infoportal schon recht - aber deutlich relevanter ist doch, ob es Gemeinsamkeiten zwischen der Blut-und-Boden-Ideologie der Nazis und der damaligen Ausprägung des ökologischen bzw. biologisch-dynamischen Landbaus gab. Hier haben die Autoren eine Chance für die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ökolandbaus vertan.