Über das GreenBizBlog

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Dienstag, 15. April 2008

Solarenergie: Bald genug Silizium für Alle?

München entwickelt sich zum deutschen Zentrum der Solarenergie-Großveranstaltungen: Die Leitmesse Intersolar findet im Juni erstmals an der Isar statt; und auch die Photovoltaic Technology Show 2008 Europe ist mittlerweile zum wichtigen Branchentreffpunkt geworden: Anfang April trafen sich 4.300 Teilnehmer aus 176 Unternehmen und 21 Ländern in der Münchener Messe, um über die neusten Trends bei der Produktion von und Investition in Solartechnochnologie zu diskutieren.

Ein heiß diskutiertes Thema war die Silizium-Versorgung, wie das Fachmagazin Photon zusammenfasst: Der Rohstoff für rund 90 Prozent aller Solarmodule wird zwar in immer größeren Mengen produziert, doch die Nachfrage wächst noch schneller. So berichtete Michael Rogol, Analyst bei Photon Consulting, über Spotmarktpreise von bis zu 515 Dollar pro Kilogramm. Der Durchschnittspreis ab Hersteller ist seit 2004 von 32 auf rund 70 Dollar je Kilogramm gestiegen. Die Produktionskosten liegen indes bei durchschnittlich 36 Dollar je Kilogramm. Angesichts dessen ist leicht nachvollziehbar, dass die Zahl der Neueinsteiger in diesem Bereich explodiert: Gab es 2004 weltweit nur sieben Hersteller von hochreinem Silizium, so dürften es dieses Jahr bereits 72 sein. Weitere 101 Unternehmen planen den Einstieg für 2009 oder später. Von den insgesamt 173 Unternehmen, die somit in diesem Bereich aktiv sind, haben 13 auf der Konferenz ihre Pläne vorgestellt: beachtliche 201.000 Tonnen Produktionskapazität könnten demnach allein bei diesen 13 Unternehmen in den nächsten Jahren in Betrieb gehen. Das entspricht dem Vierfachen der Weltproduktion 2007.

Einig waren sich die Teilnehmer darin, dass die Nachfrage nach PV-Anlagen bis auf Weiteres das Angebot übertreffen wird. Denn die Kosten für Solarstrom befinden sich zumindest in sehr sonnenreichen Ländern inzwischen an der Schwelle zur „Grid Parity" – der Konkurrenzfähigkeit zu Strom aus konventioneller Erzeugung, wie Jon André Lokke von der norwegischen REC Group betonte. Im Jahr 2007 konnten große Anlagen von REC in sonnigen Ländern Solarstrom zu Kosten von 15 Eurocent produzieren, sagte Lokke. 2010 will REC bei 7 Cent liegen, 2012 bei 5 Cent je Kilowattstunde. Der nach Marktkapitalisierung weltgrößte Solarkonzern liegt damit in einer Größenordnung, die konventionellen Kraftwerksbetreibern einen gehörigen Schrecken einjagen könnte. Auch andere führende internationale Photovoltaikunternehmen wie First Solar, Suntech Power und Evergreen wollen die Produktionskosten für ihre Module in den nächsten Jahren um 40 bis 50 Prozent senken, teilten sie in München mit.