Mit Einführung des Emissionshandels im Jahr 2005 ist der CO2-Ausstoß in einigen Branchen zu einer echten Stellschraube für den Unternehmenserfolg geworden: Die EU-Regelung legt fest, dass für jede Tonne CO2, die über ein zugeteiltes Kontingent hinaus ausgestoßen wird, Emissionsrechte erworben werden müssen. Umgekehrt können Unternehmen Kontingente, die nicht in Anspruch genommen wurden, auf dem Markt verkaufen. Die Kosten pro Tonne CO2 bewegen sich momentan um 25 Euro.
Nun sollte man meinen, dass angesichts dessen der Emissionshandel bei Investitionsentscheidungen und im Risikomanagement eine feste Größe geworden ist, die zu berücksichtigen betriebswirtschaftliche Notwendigkeit ist. Doch weit gefehlt, wie eine neue Studie von PriceWaterhouse Coopers zeigt. Die Unternehmensberatung hat rund 50 deutsche Konzerne nach dem Stellenwert des Emissionshandels bei strategischen Entscheidungen gefragt. Zwar zeigen die Umfrageergebnisse, dass ein Großteil der befragten Unternehmen die Herausforderungen und Chancen im CO2-Emissionshandel erkannt hat. Doch bei der Umsetzung hapert es: So überprüft fast jedes dritte Unternehmen nur einmal im Quartal oder noch seltener, wie sich der eigene Bedarf an CO2-Emissionsrechten entwickeln wird. Damit können die Unternehmen nicht angemessen auf die Preisschwankungen für die Verschmutzungsrechte reagieren. Rund 30 Prozent der Unternehmen berücksichtigen die Emissionsrechte bei Investitionsentscheidungen nicht. Doch PwC ist optimistisch, dass, obwohl viele Unternehmen bereits Reduktionsmöglichkeiten genutzt haben, weiter große Potenziale zu internen CO2-Minderungen zu erwarten sind.
Ein Blick in die Studie lohnt jedoch nicht nur aufgrund dieser fundierten Aussagen aus der Industrie: Die Autoren bieten einen hervorragenden Überblick über Historie, Rahmenbedingungen, Potenziale und Defizite des Emissionshandelssystems.
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